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Kosteneinsparung durch Umweltmanagement
im Büro
Über 100 Millionen Bürobedarfsartikel
werden jährlich produziert und verbrauchtü 10
Millionen Tonnen Müll stammen aus
bundesdeutschen Büros. 2ü7 Millionen
Personalcomputer werden in Deutschland jährlich
gekauft und fallen in immer kürzer werdenden
Abständen als Computerschrott wieder an. Über
15 Millionen Tonnen Papier werden verbraucht -
Jahr für Jahr.
Ökologisches Büro-Management
führt zu Kosteneinsparung durch:
- geringeren Ressourcenverbrauch
- verminderte Zahl eingesetzter Büroartikel
- die Wahl umweltverträglicherü
funktionsgerechter Büroartikel
- geringere Lagerkosten
- vermindertes Abfallaufkommen
- Wertstofferfassung
- Wiedereinsatz gebrauchter Materialien
- verminderten Energieeinsatz
- verändertes Nutzerverhalten
- Gesundheitsschutz und verminderte Fehlzeiten
- höhere Arbeitszufriedenheit und
Produktivität
Papierverbrauch reduzieren
- Ist der Einsatz von Papier überhaupt
nötig?
- Ein leistungsfähiges EDV-System kann den
Papierverbrauch in gewissen Grenzen reduzieren:
- Firmeninterne Kommunikation über vernetzte
Systeme
- Austausch mit anderen Standorten über
Datenfernübertragung
- Nutzung elektronischer
Speichermöglichkeiten
- Ausdruckmöglichkeit in bestimmten
Programmen gar nicht mehr vorsehen und so
Zwischenausdrucke vermeiden
- Wahl kleinerer Formate
- kompakteres lay-out
- Wahl geringerer Papiergewichte
- Doppelseitiges Kopieren
- kurzgefaþte Bedienungsanleitung hierfür
in Plakatform beim Kopiergerät anbringen
- möglichts in der Grundeinstellung der
Kopiergeräte vorgeben
- zusätzlich in verkleinertem Maþstab
kopieren
- Fehlkopien und einseitig
beschriebenes/bedrucktes Papier in jedem Fall
nochmals verwenden
- an jedem Kopiergerät ein
Sammelbehälter für Fehlkopien
- einseitig beschriebenes Papier zu Notizzwecken
weiterverwenden
- für interne Vordrucke bereits einseitig
beschriebene Papierbögen verwenden
- geschickte Lagerhaltung von möglichst
multifunktionalen Papieren vermeidet Berge von
Altpapier
- die Wahl zweckangepaþter Papiersorten
birgt in manchen Fällen ungeahnte Einsparpotentiale:
- vielfach werden aufwendige (und teure)
Papiersorten verwendet, wo es günstigere
Papierqualitäten auch täten
Wer obige Empfehlungen konsequent beherzigt, kann ohne
weiteres 10 - 20 % Papiereinsparung erzielen, denen
eine Kosteneinsparung in ähnlicher Dimension
entspricht. Zusätzlich können Entsorgungskosten
vermieden werden. Doppelt lohnend ist eine
Papier(gewichts)reduzierung da, wo beim Versenden quasi als
Nebeneffekt auch noch Portokosten gespart werden
können. Überschlagen Sie doch einmal, wieviel bei
Ihnen für Papierwaren aller Art pro Jahr ausgegeben
wird!
Weniger Kleinteile spart groþes Geld
Auch für die vielen anderen Büromaterialien wie
Ordner, Aktendeckel, Sichthüllen und Schreibgeräte
gilt:
Weniger ist oft mehr!
- Das Sortiment auf wenige Produkte beschränken
und dadurch:
- Lagervorräte abbauen und durch
Groþeinkauf bessere Konditionen erzielen
- Mehr auf Gebrauchs- und weniger auf
Verbrauchsgüter setzen:
- keine Einwegprodukte (z. B. Kugelschreiber)
verwenden
- Nachfüllbare Produkte helfen auch bei
Markern, Folienstiften, Klebstoffen und
Korrekturmitteln, Material und Kosten zu sparen.
- vorhandene Artikel wiederbefüllen und
wiederverwenden, z.B. Ordner.
Zur Umstellung bedarf es eines langen Atems und eines
gewissen Durchhaltevermögens gegenüber dem
eingeübten Nutzerverhalten. Idealerweise liegt die
Beschaffung aller Büroartikel - möglichst
nach einem allgemeingültigen Katalog - in der Hand
einer zentralen Stelle, die auch die notwendige
Aufklärungs- und z.T. Erziehungsarbeit (z.B. bei
Nachfüllprodukten) leisten kann. Ungeahnte Wirkung
zeigt in hartnäckigen Fällen das öffentliche
"Outen" von Groþverbrauchern (z.B. 100 Kugelschreiber
pro Monat für ein Zwei-Mann-Büro).
Bürogeräte umwelt- und
kostenbewuþt beschaffen und betreiben
Was für die Vielzahl der Bürobedarfsartikel
gilt, hat auch bei der Beschaffung und beim Einsatz von
Bürogeräten Gültigkeit.
Bei Kopiergeräten, Druckern, Schreibmaschinen und
Computern gilt
- schon bei der Geräteauswahl Aspekte der
Umweltverträglichkeit zu
berücksichtigen:
- vor allem den Stromverbrauch. Achten Sie
auf das vom Umweltbundesamt 1994 entwickelte
Umweltzeichen für energiesparende PCs
("Spar-Modus") Auch das Umweltzeichen für
Kopiergeräte berücksichtigt einen niedrigen
Energieverbrauch des Gerätes.
- Wiedereinsatz gebrauchter und recycelter
Teile wie Tonerkartuschen, Fototrommeln und
Laserpatronen. 40 % des Neupreises können so
eingespart werden.
- Wiederbefüllen von Patronen bei
Tintenstrahldruckern und der Einsatz von
nachfüllbaren Farbbandkassettten bei
Nadeldruckern und Schreibmaschinen.
Beleuchtung optimieren
Energieeinsparung bei der Beleuchtung ist ein weiteres
lohnendes Feld für Spar-Kommissare:
- Energiesparlampen finden zunehmend Verwendung,
obwohl sie in der Anschaffung deutlich teurer sind als
herkömmliche Glühbirnen. Doch drastisch
niedrigere Verbrauchswerte, eine längere Lebensdauer
und damit gröþere Wartungsintervalle machen
die Investition schnell wieder wett.
- Wer zudem modernste Regeltechnik einsetzt,
kann leicht 20 % zusätzlich einsparen.
Intelligente Aufteilung der Schaltkreise und
bedarfsgerechte Beleuchtungsstärke sind die
Gebote der Stunde.
- Tageslichtabhängige Beleuchtungsregler
oder gar Bewegungsmelder helfen, unnötigen
Stromverbrauch zu vermeiden. Für groþe
Bürogebäude, Lagerhallen und
Einkaufsmärkte bringt die Spannungsabsenkung bei
den Leuchtstofflampen zusätzliche
Einsparmöglichkeiten.
Abfallvermeidung oder: "Der Müll kommt
ins Haus, bevor er Müll heiþt"
Der Zusammenhang zwischen Beschaffung und Entsorgung wird
am Büromüll besonders deutlich: fast alles, was im
Büro an Müll anfällt, wurde einst als Ge-
oder Verbrauchsgut beschafft.
- Durch umweltgerechten Einkauf läþt
sich Problemmüll am einfachsten
vermeiden:
- Lösemittelhaltige oder schwermetallhaltige
Produkte können auf der Beschaffungsliste
gestrichen werden.
- Wo solche Problemstoffe noch unvermeidbar
anfallen, müssen Sie getrennt erfasst und
entsorgt werden. Abfallgetrenntsammlung ist
nicht nur ein Gebot des Umweltschutzes, sondern
spart auch Müllgebühren. Nur
sortenreine Wertstoffe lassen sich zu niedrigen Kosten
entsorgen oder sogar noch vermarkten.
- Mengenmäþig am interessantesten ist
die Altpapierfraktion, die in Büros bis zu 80
% der Abfallmenge ausmacht. Auch hier gilt,
daþ eine sorgfältig optimierte
Beschaffung und der Wiedereinsatz von Papier
höchste Priorität hat. Was dennoch
übrig bleibt, wird dem Recycling
übergeben.
Praxisbeispiel IBM
Als groþer Elektronikkonzern, der
erklärtermaþen auch in Sachen Umweltschutz
Branchenführer sein möchte, hat sich IBM schon
sehr früh auch der Aufgabe angenommen, den
Bürobereich unter Umweltgesichtspunkten
zu analysieren und zu optimieren.
Als strategische Ziele wurden die
- Reduzierung des Verbrauchs,
- die Vermeidung von Abfall,
- der Einsatz umweltgerechter Produkte und
Materialien,
- die Wieder- und Weiterverwendung gebrauchter
Artikel,
- die Weiterverwertung von Wertstoffen und - als
flankierende Maþnahme ganz wichtig - die
- Förderung einer umweltorientierten
Bewuþtseinsbildung der Mitarbeiter festgelegt.
In der Folge wurden über 4000 Artikel umgestellt.
Als sehr hilfreich erwies sich die intensive
Zusammenarbeit mit Verbänden wie B.A.U.M., der
Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen und eine
konstruktive Zusammenarbeit mit Lieferanten und Herstellern,
wobei hier IBM seine Nachfragemacht voll einbringen konnte.
Nebenbei wurde die gesamte Büromaterialversorgung
neukonzipert:
Die Gesamtkosten der Büromaterialversorgung
gingen von 2.674 TDM im Jahr 1990 auf 1.084 TDM im Jahr
1993 zurück. Dies bedeutet eine Einsparung von
über 50 %. Der ökologische Nutzen
dieser Verbrauchsreduzierung liegt klar auf der Hand:
50 % weniger Rohstoffverbrauch
50 % weniger Herstellaufwand
50 % weniger Verpackungsaufwand
50 % weniger Transportaufwand
50 % weniger Lagerhaltungsaufwand
50 % weniger Abfall
Der Papierverbrauch konnte durch Einführung
einer papierlosen, elektronischen Bürokommunikation und
durch doppelseitiges Kopieren jährlich um 10 %
gesenkt werden.
Deutlich war auch die Abfallreduzierung nach
Einführung eines systematischen
Entsorgungsmanagements. Die gesamten
IBM-Rückstände in Groþraum Stuttgart
reduzierten sich von 1991 zu 1993 um 19 %; die
Kostenreduzierung fiel mit 388 TDM und 37 %
noch deutlich höher aus.
Fazit
Das praktische Beispiel und die Erfahrung von
B.A.U.M. zeigt, daþ auch im Bürobereich
nennenswerte Kosteneinsparpotentiale durch Umweltschutz
liegen. Wir können Ihnen daher nur empfehlen, den
Bürobereich in Ihrem Unternehmen einmal einer
umweltbezogenen Analyse zu unterziehen.
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