Was steht in diesem Text? Mit diesem Text sollen Hintergründe und Probleme

bei der Papierherstellung beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt

werden.


Projekt 19: Ökologische Umgestaltung der Uni Oldenburg - Schreibtisch AG

Gliederung:

1. Woher kommt das Holz für unser Papier?

2. Aus welchen Bestandteilen besteht der Hauptrohstoff Holz?

 3. Aus welchen Bestandteilen besteht Papier?

4. Welche Wirkung hat die Papierherstellung auf die Umwelt?

5. Nutzung bereits hergestellter Faserstoffe: Recycling

 

Papier und Ökologie

 

Papier wird in allen Bereichen unseres Alltags eingesetzt und ist aus

unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Entsprechend hoch ist der Verbrauch an

diesem faserigen Material: In Deutschland liegt der durchschnittliche

Pro-Kopf-Verbrauch bei umgerechnet 120 DIN A 4-Seiten pro Tag (das 5fache

des Weltdurchschnitts) und ist weiterhin steigend. Der Anstieg geht auf

vermehrte Werbung, Verpackung, Fotokopien und Computerausdrucke zurück.

Beispielsweise verbrauchen Studierende allein in der Uni-Bibliothek ca.

100 000 Blatt Fotokopierpapier, wovon viele unnötig sind und schon bald im

Mülleimer oder bestenfalls im Altpapier landen.

 

Diese Zahlen zeigen deutlich, dass vielen nicht bewusst ist, wie die

Papierherstellung von statten geht und welche enormen Umweltbelastungen

damit verbunden sind. Mit diesem Text sollen Hintergründe und Probleme

bei der Papierherstellung beleuchtet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt

werden.

 

Die Herstellung von Papier erfolgt in zwei Schritten: Zunächst werden

Papierfasern gewonnen, die später zu Papier verfilzt werden. Der Rohstoff

für die Herstellung von Papierfasern ist fast ausschliesslich Holz. Sehr

selten werden auch Lumpen und andere Pflanzen zu Papierfasern verarbeitet.

 

1. Woher kommt das Holz für unser Papier?

 

Papierfasern werden größten Teils dort hergestellt, wo das zu verarbeitende

Holz wächst. Da unsere heimischen Wälder für unseren enormen

Papierverbrauch nicht ausreichen, importieren wir über 80% der frischen

Papierfasern aus dem Ausland. Über die Hälfte aller in Deutschland

verbrauchten Fasern kommen allein aus den nordischen Urwäldern

Skandinaviens, Kanadas und der USA. Diese Wälder ermöglichen es, dass kaum

Tropenhölzer zu unserem Papier verarbeitet werden muss, doch die

Auswirkungen ähneln sich sehr.

 

Täglich werden riesige Flächen der über Jahrhunderte gewachsenen Wälder

kahlgerodet - Wälder, die nicht nur für unser Weltklima von großer

Bedeutung sind, sondern vielen dort lebenden Menschen und Tieren die

Lebensgrundlage bieten und alle mit Sauerstoff versorgen.

 

Zurück bleiben entweder kahle Flächen, die beim nächsten Regen abgespült

werden, oder riesige Monokulturen aus schnell wachsendem Holz, wie in

Portugal z.B. Eukalyptus. Hier sind nach kurzer Zeit die Böden wegen des

einseitigen Nährstoffentzugs ausgelaugt und veröden ebenfalls zu einer

kahlen Fläche, wenn nicht schon vorher "Schädlinge" über die Monokultur

hergefallen sind.

 

2. Aus welchen Bestandteilen besteht der Hauptrohstoff Holz?

 

Holz besteht zu 40 bis 50% aus Zellulosefasern, zu 20-30% aus Lignin und zu

15-35% aus Hemizellulosen. Den Rest stellen Öle, Harze, Gerb- und

Farbstoffe.

 

Zellulose ist die Gerüstsubstanz des Holzes und der wichtigste

Ausgangsstoff für Papierfasern. Lignin ist eine Art biologischer Kitt, der

die Zellulosefasern zusammenhält (es wird auch als Holz im Holz

bezeichnet). Hemicellulosen sind begleitende Kohlenhydrate der Zellulose.

 

3. Aus welchen Bestandteilen besteht Papier?

 

Papier besteht grob gesehen aus drei Komponenten: Faserstoffe, Füllstoffe,

Leim.

 

Faserstoffe werden aus den im Holz enthaltenen Zellulosefasern hergestellt.

Bei Faserstoffen wird zwischen zwei Grundarten unterschieden, dem Holzstoff

und dem Zellstoff. Durch eine Mischung beider Faserstoffarten können

Papiere mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt werden.

 

Zellstoff: Die Herstellung von Zellstoff läuft auf chemischen Wege, wobei

Lignin und Hemizellulosen grösstenteils entfernt werden und oft in die

Abwässer gelangen. Nur die übriggebliebene Zellulose wird zu Zellstoff

verarbeitet, d.h. nur 40-50% des Holzes kann zu Zellstoff und damit zu

holzfreiem Papier verarbeitet werden.

 

Bei der Zellstoffproduktion wird zwischen zwei Herstellungsverfahren

unterschieden.

 

Das "Sulfitverfahren" erfordert ein sorgfältig entrindetes Holz (meist

Nadelholz), das anschliessend zerkleinert und mit Hydrogensulfit- oder

Sulfitlösungen gekocht wird.

 

Beim "Sulfatverfahren" können nahezu alle Hölzer, sowie

Sägewerksabfälle, Bugasse und Stroh eingesetzt werden. Diese werden mit

Natronlauge oder Natriumsulfid gekocht.

 

Sulfatzellstoffwerke sind an ihrem Geruch nach faulen Eiern zu erkennen, da

sie Schwefelwasserstoff freisetzen. Während sich dieser Zellstofftyp

weltweit am meisten durchgesetzt hat, gibt es z.Z. in der dicht besiedelten

Bundesrepublik fast nur Sulfitfabriken.

 

Um dem Zellstoff seine "hohe Weisse" zu geben, werden Reste des Lignins mit

Chlor oder Chlorverbindungen herausgelöst oder die Farbträger des Lignins

mit Saürstoffverbindungen zerstört (siehe unter Bleiche).

 

Die Papierfasern aus Zellstoff werden anschliessend zu holzfreiem Papier

verarbeitet.

 

Holzstoff: Holzstoff wird mechanisch mit dem Holzschliff-Verfahren

hergestellt. Das Holz wird mit hohem Druck auf einen Schleifstein gepresst,

wobei bis zu 95% aller Bestandteile des Holzes in Holzstoff umgewandelt

werden (die Ausnutzung des Holzes ist also höher als bei Zellstoff).

 

Ausserdem bleiben die Fasern lang, was dem späteren Papier eine hohe

Festigkeit gibt. Durch das im Holzstoff enthaltene Lignin tritt jedoch bald

eine Vergilbung des Papieres ein.

 

Die Bleichung des Holzstoffes erfolgt mit Wasserstoffperoxid (Umwandlung der

farbgebenden Teile im Lignin) Füllstoffe dienen der Qualitätsverbesserung

von Papier. Es werden mineralische Stoffe (Koalin, Talkum, Kieselerde u.ä.)

dem Papierstoff hinzugegeben, um Papier geschlossener, weisser,

geschmeidiger zu machen. Die Zusätze können bis zu 30% ausmachen. Das

meist verwendete Koalin kann vereinzelt Schwermetalle wie Blei und Chrom

beinhalten.

 

Leim macht das Papier tintenfest. Der Leim aus pflanzlicher oder chemischer

Herstellung wird bei der Leimung dem Papierstoff zugegeben und mit

schwefelsaurer Tonerde auf den Papierstoff fixiert. Die Oberflächenleimung

erfolgt später mit tierischem Leim.

 

4. Welche Wirkung hat die Papierherstellung auf die Umwelt?

 

Papier wird in zwei Schritten hergestellt. Zunächst wird aus Holz in der

Papierfaserfabrik der Faserstoff gewonnen und gebleicht. Dieser wird in das

Abnehmerland (z.B. Deutschland) transportiert und dort in der Papierfabrik

zu fertigem Papier verarbeitet.

 

Besonders die Herstellung des Faserstoffs hat gravierende Auswirkungen auf

die Umwelt, wobei es Unterschiede zwischen den beiden Faserarten gibt.

 

Zellstoff: Die beiden Herstellungsarten des Zellstoffs (Sulfat- und

Sulfit-Verfahren) wirken sich unterschiedlich auf die Umwelt aus. Beim

Sulfatprozess können die schwefelhaltigen Chemikalien für das Kochen des

Holzes weitgehend wiedergewonnen werden, was beim Sulfitverfahren nicht so

effektiv machbar ist. Die restlichen Schwefelverbindungen, wie

Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff und giftige organische

Schwefelverbindungen, gelangen an die Luft und verursachen einen für

Zellstoffabriken typischen Gestank nach faulen Eiern.

 

Fasern, die beim Kochprozess verloren gehen und in die Gewässer gelangen,

nehmen bei der biologischen Zersetzung den für Fische lebensnotwendigen

Sauerstoff. Verfilzen sich die Fasern zu einem sogenannten "Faserbett",

vernichten sie alles Leben in der Nähe der Abwasserleitungen.

 

Zusätzlich gelangen Aluminiumsalze, die für das Reinigen der Abwässer der

Chemikalienrückgewinnung eingesetzt werden, in Gewässer und können Fische

schädigen.

 

Holzstoff: Holzstoffabriken leiten die ausgewaschenen Holzreste gewöhnlich

in Gewässer ein. Besonders problematisch ist dies bei der chemischen

Behandlung von Holzstoff mit Schwefelverbindungen. Diese Verbindungen werden

nicht zurückgewonnen, wodurch schwer abbaubare giftige organische

Schwefelverbindungen, Harzsäuren und andere Holzbestandteile in die

Gewässer gelangen.

 

Bleichen: Die Bleichvorgänge sind bei Holz- und Zellstoff völlig anders.

 

Der Zellstoff wird durch Entfernung des Lignins, das nach dem Holzkochen

übrig geblieben ist, gebleicht. Dafür werden Chlorgas oder andere

chlorhaltigen Chemikalien (wie Chlordioxid, Hypochlorid) eingesetzt. Circa

10% des Chlors verbindet sich zu organischen Chlorverbindungen (sogenannten

Organochlorverbindungen) und gehen ins Abwasser. Eine genaue Analyse der

Abwässer ist schwierig, da hunderte verschiedene Stoffe entstehen. Es

wurden jedoch viele kritische, z.T. verbotene Stoffe gefunden, wie PCP, Per,

Tri - sogar Dioxine konnten nachgewiesen werden. Pro Tag leiten normale

Zellstoffabriken 30 bis 80 Tonnen solcher Stoffe in Flüsse, Seen und Meere

ein. Eine biologische Abwasserreinigung ist nicht möglich, da die Natur

diese langlebigen Gifte nicht abbauen kann. Sie reichern sich in der

Nahrungskette an und verursachen bei Fischen verminderte Fortpflanzung,

Schwächung des Immunsystems, Leberschäden, Blutveränderung, Störungen im

Elektrolythaushalt und Stoffwechselschäden.

 

In die Luft entweicht leichtflüchtiges Chloroform, das Lebervergiftung

hervorruft und im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Vielerorts gelangen

erhebliche Mengen Chloroforms ins Trinkwasser.

 

Schwerflüchtige organische Chlorverbindungen bleiben im Klärschlamm und

wandern auf Deponien.

 

Verbesserungen bringt der Einsatz von Sauerstoff, der jedoch Chlor nicht

völlig ersetzen kann (chlorarme Bleichung). Ganz ohne Chlor kommt die

Bleichung mit Wasserstoffperoxid aus, die bei der Bleichung von Holzstoff

und zunehmend auch beim Zellstoff Anwendung findet. Wasserstoffperoxid

beseitigt giftige Harzsäuren und zerfällt während und nach der Bleichung

zu Saürstoff und Wasser. Bei diesem Prozess wird das farbgebende Lignin

nicht herausgelöst, sondern chemisch verändert. (chlorfreie Bleichung)

 

5. Nutzung bereits hergestellter Faserstoffe: Recycling

 

Beim Recycling dienen die bereits vorhandenen Faserstoffe im alten Papier

als Rohstoff für neues Papier. Dadurch entfällt die Frischfasergewinnung

als umweltschädigendster Prozess der Papierherstellung.

 

Altes Papier wird mit viel Wasser in einzelne Papierfasern zerlegt und

Verunreinigungen, wie Heftklammern, Drahtverschnürungen, werden entfernt.

Aus dem übrigen Faserbrei werden durch Luftzufuhr Druckfarben, Füllstoffe

und zu kurze Fasern an die Oberfläche geblasen und abgeschöpft

(De-inking). Diese Abfälle müssen als Sondermüll abtransportiert werden,

weil in Druckfarben und Füllstoffen noch geringe Mengen giftiger

Schwermetalle eingearbeitet sind. Wird Papier im normalen Müll gesammelt,

gelangen diese Stoffe unkontrolliert in die Abluft der Verbrennungsanlagen

und in die Böden bei der Deponierung.

 

Soll das Papier nach der Entfernung dieser Stoffe noch mehr aufgehellt

werden, wird es einer Wasserstoffperoxidbleiche unterzogen.

 

Bei UWS-Papier nach vup-Standard wird ganz auf De-inking und Bleiche

verzichtet und Wert auf geschlossene Wasserkreisläufe gelegt. Diese Art der

Papierwiederverwertung ist die umweltschonendste.

 

Bei jedem Recycling werden die Papierfasern verkürzt. Durchlaufen die

Fasern eine bestimmte Anzahl von Recycling-Prozessen, sind sie unbrauchbar.

Ein "RC-Kollaps" ist jedoch nicht zu befürchten, da sich im Altpapier

genügend Papier befindet, das noch nicht recycliert wurde. Dadurch ist es

möglich, Papier aus 100% Altpapier herzustellen.

 

Schließlich werden die recyclierten Fasern wie frische Fasern verfilzt und

über heisse (100 C) Walzen zur Entwässerung geführt. Dieses kommt einer

Desinfizierung gleich und bedeutet, dass auch Recycling-Papier keimfrei ist

und sogar zum Verpacken von trockenem, nicht fettenden Lebensmitteln

geeignet ist.

 

Einsatz von Recycling-Papier

 

Heutzutage kann dem Recycling-Papier eine so gute Qualität verliehen

werden, dass Sorten für fast jeden Verwendungszweck erhältlich sind. Die

Einkaufspreise weichen zu denen der Frischpapiere kaum ab. Prinzipiell

könnte Recycling-Papier sogar billiger sein, doch durch schlechte

Verkaufszahlen sind Altpapierhandelnde gezwungen, hohe Preise für ihre Ware

zu verlangen und das Papier zu exportieren oder Müllverbrennungsanlagen zu

beliefern. (Z.B. beliefert die Niedersächsische Landeslotterie die Müll-Vergrennungs-Anlage

Hameln mit den mehreren Millionen Lottoscheinen, die aus dem gesamten Land

zusammenkommen und nicht nur gut brennbar, sondern auch gut recyclierbar,

weil sie sortenrein sind).

 

Beim Einsatz von Recycling-Papier gibt es kaum Nachteile zum Frischpapier.

 

Beschreibbarkeit: Eventülle Unterschiede bei der Beschreibbarkeit ergeben

sich nicht aus der Papierart, sondern sind auf unterschiedlichen

Holzstoffgehalt und Leimung zurückzuführen.

 

Kopierer: Auf den üblichen Kopierern kann Recycling-Papier sowohl als

Kopiervorlage als auch als Kopierpapier verwendet werden. Treten beim

Kopieren auf Recycling-Papier Betriebsstörungen auf, so ist dieses auf

mangelndes Auffächern des Papieres, ein ungeeignetes Papier oder

überfällige Gerätewartung zurückzuführen. Gleiches gilt für eventuelle

Geräteverschmutzungen, wie z.B. Verstauben des Gerätes. Hinsichtlich der

Tonerhaftung und Tonerverbrauch ergaben sich bei Langzeituntersuchungen des

Bundesamtes für Materialprüfung (BAM) keine maßgeblichen Unterschiede.

Beim Tonerverbrauch kann Recycling-Papier sogar besser abschneiden. In der

Lesbarkeit sind bei der Verwendung von Recycling-Papier (auch bei längerem

Lauf) keine Einbussen gegenüber weissem Normalpapier zu verzeichnen.

Allerdings leidet die Lesbarkeit, wenn auf einem Kopierer, der Grautöne gut

verarbeitet, Kopien von Kopien (Generationen) gezogen werden. Diesem kann

durch entsprechende Gerätewahl und Kontrasteinstellung begegnet werden.

 

Laserdrucker: Die beim Kopierer erzielten Ergebnisse entsprechen denen der

Laserdrucker (Staubarmut, Tonerhaftung, etc.). Auch hier ist wichtig,

geeignetes Recycling-Papier zu benutzen - spezielle Recycling-Papiere für

diesen Verwendungszweck werden angeboten. Das Bundesamt für

Materialprüfung (BAM) hat in einer Testreihe festgestellt, dass die

Laserausdrucke auf DIN-gerechtem Recycling-Papier vollständig den

gestellten Anforderungen entsprachen. Das gilt für Heiß- und Kaltfixierer

gleichermassen.

 

Tintenstrahldrucker: Für diese Druckergattung gibt es

spezielle Recycling-Papiere auf dem Markt. Die Erfahrungen sind durchweg

positiv.

 

Nadeldrucker und Schreibmaschinen machen ebenfalls keine

Probleme.

 

Telefaxgeräte: Während ältere Telefaxgeräte mit Thermopapier beschickt

werden mussten, sind heute Geräte auf dem Markt, die wie Laser- oder

Tintenstrahldrucker arbeiten. Obwohl diese Geräte noch nicht ausreichend

erprobt wurden, sind ähnliche Ergebnisse wie bei den genannten Druckertypen

zu erwarten. Druckereien: Im Druck hängt die Verwendbarkeit von

Recycling-Papier stark von dem Gerätetyp ab. Bei gewerblichen Druckereien

ergeben sich weder bei Rollen- noch bei Formatware drucktechnische Probleme.

 

Kauf von Papier

 

Die ökologischen Vorteile von Recycling-Papier dürfen nicht darüber

hinwegtäuschen, dass auch diese Papiere einmal aus frischen Fasern bestand

und hergestellt werden musste. Deshalb ist ein sparsamer Umgang

empfehlenswert (d.h. keine unnötige Platzverschwendung, beidseitige

Beschriftung).

 

Wenn Papier gebraucht wird, sollte auf Recycling-Papier zurückgegriffen

werden, da es umweltfreundlicher ist und für fast alle Zwecke völlig

ausreicht. Die Sammlung und das Recycling von Altpapier bekommt dadurch

wieder einen wirtschaftlichen Anreiz und das Müllvolumen wird gesenkt, was

gleichzeitig die Müllverbrennungsanlagen überflüssig macht.

 

Herstellung von Recycling-Papier

 

Vorhandenes Papier enthält bereits Faserstoffe (-> Bestandteile des

Papieres). Da die Gewinnung von neuen Faserstoffen (sogenannten

Frischfasern) der umweltschädigendste Prozess bei der Papierherstellung

ist, erscheint es sinnvoll Faserstoffe, die bereits (z.B. im Papier)

verarbeitet sind, wiederzugewinnen. Dazu wird altes, benutztes Papier

eingesammelt und mit viel Wasser zerfasert. Heftklammern,

Drahtverschnürungen und andere Verunreinigungen werden entfernt. Der

gewonnene Altpapierstoff kann ohne weitere Behandlung zu Papier, Packpapier

etc verarbeitet werden. Diese sogenannten UWS-Papiere verursachen die

geringste Umweltverschmutzung überhaupt.

 

Sind die Ansprüche an die Helligkeit des Recycling-Papieres höher, müssen

die Druckfarben zusätzlich chemisch durch "de-inking"-Verfahren

herausgelöst werden. Gegebenenfalls wird noch ein Bleichmittel (in

Deutschland meist Wasserstoffperoxid) hinzugegeben. Die Druckfarben werden

an die Oberfläche geblasen und als Schlamm abgeschöpft. In einer

Recycling-Fabrik gehen zwischen 10 und 25% des angelieferten Altpapieres

verloren. Das betrifft vor allem Füllstoffe und Streichmittel, in kleineren

Mengen Druckfarben und zu kurze Fasern. Dabei kann das meist verwendete

Streichmittel Koalin giftige Schwermetalle wie Blei oder Chrom enthalten,

und vereinzelt treten noch Schwermetalle wie Kobalt, Kupfer und Zink in

Druckfarben auf.

 

Obwohl es sich dabei nur um geringe Mengen handelt, sind die Abfälle des

Papierrecycling nicht völlig unproblematisch. Dieses ist kein Problem, das

durch das Recycling entsteht, sondern bereits bei der Herstellung bzw. beim

Bedrucken des Papieres. Wird das Papier nicht recycliert, gelangen diese

Giftstoffe auf die Deponie und in die Luft.

 

Um Papier wiederzuverwerten muss Papier gesammelt und Recycling-Papier

gekauft werden, was nicht ein Anstieg des Papierverbrauchs insgesamt

bedeutet, sondern vielmehr eine Umstellung von Frischpapier auf

Recyclingpapier. Für das Recycling eignet sich am besten sortenreines

Papier (Zeitungspapier, unbedrucktes Papier...), doch auch gemischte

Papiersorten eignen sich zum Wiederverwerten. Vollkommen ungeeignet und

störend sind selbstdurchschreibende und plastikhaltige Papiersorten, wie

Milchtüten, Pappteller...)

 

Entscheidungshilfen beim Papiereinkauf

 

Es gibt viele verschiedene Arten und Einsatzgebiete von Papier. Für einen

umweltbewussten Umgang mit Papier ist es am wichtigsten, Papier nur dann

einzusetzen, wenn es nicht anders geht, und es gut auszunutzen (beidseitig

beschriften). Besonders bei Computer-Druckern und Fotokopierern, aber auch

zum "Schmieren" wird unnötig viel Papier verbraucht - gleiches gilt auch

für Werbung und Verpackung.

 

Nach Möglichkeit sollte Recycling-Papier verwendet werden, da dies für die

meisten Anwendungen ausreicht. Heutzutage gibt es Recycling-Papiere von so

hoher Qualität, dass sie Problemlos in Fotokopierern und Laserdruckern

eingesetzt werden können (leider wurden nach dem Einsatz von schlechten

Recycling-Papiersorten schlechte Erfahrungen gemacht). Kommt es besonders

auf den optischen Eindruck an (also Fotobände, Kunstdrucke und Kunstwerke),

lässt sich chlorfrei gebleichtes Papier einsetzen, was nicht unbedingt eine

Qualitätsminderung sein muss.

 

Verwirrung stiftet die handelsübliche Bezeichnung "holzfreies Papier". Sie

bedeutet nur, dass dieses Papier aus Zellstoff hergestellt ist und kein

Lignin (das "Holz im Holz") enthält. Die Bezeichnung ist kein Garant für

umweltschonende Herstellung - eher im Gegenteil.

 

Recycling-Papier: aus Altpapier werden Druckfarben herausgewaschen und kurze

Fasern abgeschöpft. Dadurch wird das Papier heller und stabiler

 

UWS-Papier: 100% Altpapier, keine Entfärbung, Bleichung ohne Färbung,

Leimung mit Naturharzen und Kartoffelstärke; geschlossener Wasserkreislauf,

geringer Energieverbrauch

 

chlorfrei: bezeichnet die Umweltbelastung des Herstellungsverfahrens

(Sulfit-Verfahren); ohne Chlor gebleichter Zellstoff

 

holzfrei: Zellstoff, der praktisch kein Lignin enthält. Entfernung von

Lignin (Bleichung!) mit Chlor (Sulfit-Verfahren oder Sulfat-Verfahren)

 

holzhaltig: Holzstoff, der noch fast das gesamte Lignin enthält, d.h.

entweder ungebleicht oder Bleichung mit Wasserstoffperoxid (chemische

Struktur des Lignin wird geändert und dadurch Lignin entfärbt)