Papierfibel Online

(4. gekürtzte Auflage nur Online)

Vorbemerkung zur 3. erweiterten Auflage
Nach nur 8 Jahren erscheint unsere VUP-Papierfibel online in der 4. Auflage. Die Papierfibel ist vorerst nur noch im Internet in gekürzter Form zu finden.
 

Papiere aus 100% Altpapier

Papiersorte Merkmale Anwendungsgebiete Markenamen
1.A) Umweltschutzpaier Aus 100% Altpapier. Ungebleicht. Ungefärbt. Wasserverbrauch 10 Liter/kg Papier. deutlich graue Farbe. Überall einsetzbar, wo von Hand und mit Maschine geschrieben wird. Ebenso zum Drucken, Verpacken und Verschicken. Für Broschüren und Werbeschriften. Nach Proben auch für Tintenstrahldrucker verwendbar. Papiere mit den Bezeichnungen VUP, AP, Ökopa, Patiertiger.
1.B) Recyclingpapier grau Aus 100% Altpapier. Es wird deinkt durch Absaugen der mit Seife aufgelösten Druckpartikel vom Papierbrei. Dabei Verlust von 5-10% des Eingesetzten Altpapieres. Wasser- Energieverbrauch höher als bei UWS-Papier. Hellgraue Farbe. Zum Fotokopieren und als Tabellierpapier. Dabei keinerlei Einschränkungen im Gebrauch Als Offsetpapier sehr gut geeignet. Recyconmic, Regeno-Copy, Fortuna 100 UF u.a.
1.C) Recyclingpapier hell Aus 100% Altpapier (z.T. hochwertige, unbedruckte Sorten), deinkt (10% Altpapierverlust) und je nach Hersteller mit Wasserstoffperoxid, Sauerstoff oder Ozon gebleicht. Charakteristik: Kleine Druckpartikel. Verwendbar wie 1.B). Erweckt durch den hohen Weißegrad den Anschein eines Frischfaserpapiers und kann solches in allen Fällen ersetzen. Vermeidet den grauen Eindruck des Altpapiers. Recycopy, Recyset, Alsaprint, Nautilus Copy, Ökopa-Plus u.a.

Papiere aus Frischen Fasern

Papiersorte Merkmale Anwendungsgebiete Markenamen
2.A) Holzstoffpapier Aus inländischen Durchforstungs- und Industrierestholz. Gute Holzausbeute, hoher Energieverbrauch. Bleiche mit Wasserstoffperoxid. Etwas gelbliche Farbe, leicht vergilbend, wenig alterungsbeständig. Als grafisches Papier nur durch Beimischung von Zellstoff verwendbar. Im gesammten Büro- und Druckbereich ohne einschränkungen zu verwenden. Als Frischpapier ökologisch Papieren aus Altpapier nachgeorndet. Ecostar, NATURcopy, PWA-Spezial-Copy u.a.
2.B) Zellstoffpapier chlorfrei gebleicht Aus Holz hergestellt. Ohne Altpapieranteil. Mit enormem Wasser- und energieverbrauch. Bleiche mit Sauerstoff oder Peroxid. Von chlorgebleichten Papieren meist nicht mehr zu unterscheiden. Für Zwecke, wo auf helles Weiß ganz ohne Druckpartikel zurückgegriffen werden muß aufgrund drucktechnischer Anforderungen oder traditioneller Ansprüche. Ersetzt chlorgebleichtes Papier. Fehl am Platz, wenn es Papier aus Altpapier ersetzt. Biotop 3, NATURcopy NEU, NATURprint, BIOcopy chlorfrei u.a.
2.C) Zellstoffpapier chlorgebleicht Aus Holz hergestellt. Ohne Altpapieranteil. Mit enormem Wasser- und Energieverbrauch. Bleich mit Chlor ergibt langlebige und Verbindungen (Dioxine und Furane). Es ist kein sinnvoller Verwendungszweck bekannt, der nicht durch weniger umweltbelastende Papiere erfüllt werden könnte. X-Offit, Xero-Plus, Xerofset u.a.


Von der heutigen zur ökologischen Papierwirtschaft

Bereich Heutige Papierwirtschaft Ökologische Papierwirtschaft Schritte zum Ziel der
öklogischen Papierwirtschaft
Rohstoff Holz 48% Anteil im Neupapier 25% Anteil im Neupapier Verteuerung des Rohstoffes durch Belastung mit den tatsächlichen Kosten.
Herkunft Überwiegend importiert aus Naturwäldern oder Monokulturen Heimische Hölzer oder andere Faserpflanzen Berechnung der Transportkosten. Waldschonende Holzgewinnung.
Gewinnung Wasser- und energieintensiv. Trennung von Fasern und Lignin aus sanfte Weise, Umweltschonend und rohstoffsparend (Lignin als chemischer Grundstoff). Gewöhnung an weniger Weiße bei Neupapier. Umweltabgaben, CO2- Steuer. Sanfte Chemie.
Rohstoff Altpapier 52% Anteil am Neupapier 75% Anteil am Neupapier. alle Papiere enthalten gebrauchte Fasern in unterschiedlichen Anteilen. Getrenntes Sammeln in Zeitung/Zeitschriften und Kartonagen.
Fasernutzung Die Hälfte der Fasern wird nur einmal genutzt. (Weltweit: 2/3) Fasernutzung bis zu 6 mal. Genaue Sortierung und Verwendung des Altpaiers. Umstieg von weißen auf graues Papier.
Papierherstellung Unter Verwendung vieler chemischer Mittel als Hilfsstoffe zur optischen und Oberflächenverbesserung. Kunstharze und Kunstleime Chemische Mittel nur, wenn im Recycling nicht störend. ansonsten: Naturharze und Pflanzenstärke. Zweck bestimmt das Papier, nicht die Weiße = Gebrauchskriterien statt Aussehen.
Papierverarbetung Mit z.T. schwer entfernbaren Druckfarben. Teilweise noch schwermetallhaltig. Sondermüll. Druckfarben ohne Schwermetalle. von der Papierfaser ablösbar. biologisch abbaubar. Verzicht auf Farben, wo möglich. Verwendung der Farben nur nach Kontrolle der Recycelbarkeit.
Abfall Menge 48% des produzierten Papiers müssen überwiegend als Abfall beseitigt werden. 25% des produzierten Papiers fallen als Abfall aus dem Kreislauf. Getrenntes und intensives Sammeln an allen Papierstellen.
Abfall Beseitigung Deponieren, verbrennen, lagen. Verschrottung, da frei von Schadstoffen. Vollständiges Ersetzen der Cholrbleiche, abbaubare Druckfarben.
Papierverbrauch Anhaltende Steigerung bzw. auf hohem Niveau stagnierend. Ökolog. Kriterien (Kosten und gesetzliche Vorgaben) bestimmen die Höhe des Papierverbrauchs = Zwang zur Rohstoffschonung und Wiederverwendung. Belastung des weißen und Grauen Papiers mit allen externen un d internen Kosten = erhebliche Verteuerung des Frischfaserpapiers und daraus folgende Preisvorteile für Sekundärpapiere.


Impressum
Herausgeber: Verbund selbstverwalteter Betriebe für Umweltschutzpapier (VUP)
Verfasser: Jupp Trauth, Roth bei Kastellaun (Berater für Papier und Ökologie im Alltag).
Nachdruck: Auf Anfrage möglich.

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