Was steht in diesem Text?  Der Rohstoffeinsatz und das Abfallaufkommen bei der Papierherstellung werden beschrieben. Beachten Sie, dass dies relativ einseitig aus der Sicht der Papierhersteller geschieht!


Selbstverständnis und Verpflichtung der Deutschen Zeitschriftenverlage

(VDZ) und der in Deutschland produzierenden/anbietenden Hersteller von

Zeitungs- und Zeitschriftenpapieren (Druckpapiere)

 

Selbstverständnis

 

Bedrucktes Papier ist seit Jahrhunderten Träger von Information, Bildung

und Unterhaltung. Bücher, Zeitschriften und Zeitungen bilden auf diese

Weise eine tragende Säule unserer Meinungsvielfalt und Demokratie.

 

Die Zusammenarbeit von Druckpapierherstellern und Verlegern ist eine

wichtige Voraussetzung für die innovative Meisterung ökologischer,

technischer wie auch wirtschaftlicher Herausforderungen. Sie bekennen sich

gemeinsam zu ihrer ökologischen Sorgfaltspflicht für Druckerzeugnisse.

Diese Verantwortung schließt ein:

(1) Forstwirtschaft und Holzernte

(2) Zellstoffherstellung

(3) Papierherstellung

(4) Papierrecycling

(5) Druckprozeß

(6) Druckfarben

 

Zu (3) Papierherstellung

 

1. Optimierung des Rohstoffeinsatzes

 

Der sparsame Umgang mit Rohstoffen hat oberste Priorität bei der

Papierherstellung. Die Papierhersteller arbeiten gemeinsam mit

Forschungsinstituten an der weiteren Erhöhung der Faserstoffausbeute und

an einem verantwortungsvollen Wasser- und Energiemanagement. Da Rohstoffe

und Energie die größten Kostenblöcke der Papierindustrie sind, stehen

Ökonomie und Ökologie dabei in Einklang,

Pressedruckpapiere werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz

hergestellt, der aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die

Holzfasern finden als Zellstoff, Holzstoff und in ihrer Wiederverwendung

als Altpapier Eingang in die Papierherstellung.

Ihre Grundpositionen zu Forstwirtschaft und Holzernte, zur

Zellstoffherstellung sowie zum Papierrecycling haben Zeitschriftenverleger

und Papierhersteller bereits in den vorhergehenden Positionspapieren

festgehalten.

Papiere, die für Pressedruckerzeugnisse verwandt werden, müssen bestimmte

Eigenschaften aufweisen, die von den Kunden und der Papierindustrie

festgelegt werden. Die Anforderungen an Festigkeit, Weiße, Färbung,

Transparenz etc. bestimmen sowohl die eingesetzten Faserstoffe als auch

die Füll- und Hilfsstoffe.

 

Für die einzelnen Rohstoffe gilt:

 

* Zellstoffeinsatz

Zellstoff wird als fertiger Rohstoff aus integrierter Fertigung oder als

angelieferte Ware unmittelbar in den Produktionsprozeß gegeben.

 

* Holzstofferzeugung

Holzstoff ist mechanisch zerfasertes Holz. Die erzeugten Fasern werden mit

chlorfreien Verfahren gebleicht.

Holzstoff wird üblicherweise in den Papierfabriken selbst produziert.

 

* Altpapieraufbereitung

Um Altpapier für die Herstellung neuen Druckpapiers nutzbar zu machen,

müssen aufgetragene Druckfarben entfernt werden.

Neben Wasser und Luft werden als Hilfsstoffe Seife, Natronlauge,

Wasserglas, Wasserstoffperoxid und Komplexbildner benötigt. Für die

Herstellung von Magazinpapieren muß der Faserstoff gebleicht werden.

Altpapierfasern werden dabei mit chlorfreien Verfahren gebleicht.

 

* Füllstoffe

Als Füllstoffe im Papier und für die Deckschicht werden natürliche Stoffe

wie Tonerde, Kreide oder Talkum verwandt. Sie steigern Weißegrad sowie

Undurchsichtigkeit (Opazität) des Papiers und verbessern die

Bedruckbarkeit von graphischen Papieren. Ziel ist auch hierbei eine

Optimierung des Rohstoffeinsatzes.

 

2. Papierherstellung

 

Bei der Herstellung werden Fasern, Hilfs- und Füllstoffe auf der

Papiermaschine unter Einsatz von Wasser und Energie zum Produkt Papier

zusammengeführt. Prozeß und Produkt müssen ständig unter Berücksichtigung

ihrer Auswirkungen auf die Umwelt optimiert werden. Für die einzelnen

Bereiche ergeben sich dabei folgende Ziele:

 

* Wasser

Bei der Erzeugung von Pressedruckpapieren wird sowohl bei der Aufbereitung

der Faserrohstoffe als auch im eigentlichen Erzeugungsprozeß auf der

Papiermaschine Wasser benötigt. Das Wasser wird meist als

Oberflächenwasser Flüssen oder Seen entnommen und biologisch gereinigt

wieder abgegeben. Der Wasserbedarf ist heute nur noch ein Bruchteil der

früher benötigten Mengen.

Ziel der Papierfabriken ist es, im Sinne der Ressourceneffizienz den

Wassereinsatz weiter zu optimieren.

 

* Energie

Die meisten Papierfabriken verfügen über eigene Kraftwerke zur Erzeugung

von Strom und Dampf. Dampf wird zur Trocknung der feuchten Papierbahn

benötigt. Die in den Papierfabriken selbst erzeugte Energie wird dabei

vielfach in Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen. Dieses Verfahren ermöglicht

eine Energieerzeugung mit doppelt so hohem Wirkungsgrad wie in üblichen

Verstromungskraftwerken.

Die Papierindustrie verpflichtet sich, weiterhin zielstrebig in allen

Bereichen an einer Senkung des spezifischen Energieeinsatzes zu arbeiten.

 

* Hilfsstoffe

Stärke, Streichfarben, Bindemittel, Leimungsmittel, Optische Aufheller,

Naßverfestigungsmittel, Komplexbildner und Schleimverhinderungsmittel sind

Hilfsstoffe bei der Papierherstellung, die den unterschiedlichen

Qualitäten des Produktes dienen. Es handelt sich um Stoffe, deren

Auswirkungen auf die Umwelt nach dem heutigen Stand der Wissenschaft als

gering angesehen werden.

 

3. Emissionen

 

* Abwasser

Ziel ist es, die Abwasserbelastung durch verbesserte Kreislaufführung und

Prozesstechnik sowie die Auswahl geeigneter Hilfsstoffe noch weiter zu

reduzieren. Leitgedanke ist die niedrigstmögliche Gesamtbelastung der

Umwelt (minimum impact).

Nach mehrfacher Kreislaufführung anfallendes Abwasser wird sorgfältig von

Schwebstoffen, Restchemikalien und gelösten organischen Substanzen

gereinigt. In allen Reinigungsstufen entsteht Abwasserschlamm, der nach

seiner mechanischen Entwässerung zusammen mit anderen Reststoffen und

Rinde überwiegend zur Energiegewinnung genutzt wird. Außerdem wird der

Schlamm auch stofflich verwertet (Baustoffindustrie) oder deponiert.

 

* Reststoffe

Ein effizientes Rohstoffmanagement führt zu einer ständigen Verringerung

des Abfalls. Unvermeidbare Reststoffe werden überwiegend stofflich oder

energetisch genutzt.

 

4. Forschung und Entwicklung

 

Die Papierindustrie arbeitet intensiv daran, durch betriebseigene und

überbetriebliche Forschung und Entwicklung und in Zusammenarbeit mit ihren

Kunden, Lieferanten und der Wissenschaft, die Umweltverträglichkeit des

Gesamtprozesses weiter zu verbessern.

Alle innovativen Einzelschritte orientieren sich dabei am Leitbild des

"minimum impact". Bei den Projekten lassen sich die Papierhersteller und

Verleger von dem Gedanken leiten, daß die ökologische und

gesellschaftliche Akzeptanz des Druckträgers Papier im Vordergrund stehen

und gesichert werden muß.

 

5. Offenheit und Dialog

 

Die Zeitschriftenverleger und die Pressedruckpapierhersteller bekennen

sich bei den umweltrelevanten Fragen der Papierherstellung zu Offenheit

und Dialog. Die Papierhersteller dokumentieren dies durch Beteiligung an

Umweltmanagement- und Zertifizierungsverfahren. Die Vorgaben der

Öko-Audit-Verordnung der EU sind dabei die Richtlinie. Dies beinhaltet:

* Eine Beschreibung der Tätigkeiten des Unternehmens an dem betreffenden

Standort,

* eine Beurteilung aller wichtigen Umweltfragen im Zusammenhang mit den

betreffenden Tätigkeiten,

* eine Zusammenfassung der Zahlenangaben über Schadstoffemissionen,

Abfallaufkommen, Rohstoff-, Energie- und Wasserverbrauch sowie ggf. über

Lärm und andere bedeutsame umweltrelevante Aspekte,

* eine Auflistung sonstiger Faktoren, die den betrieblichen Umweltschutz

betreffen,

* eine Darstellung der Umweltpolitik, des Umweltprogramms und des

Umweltmanagementsystems des Unternehmens für den betreffenden Standort,

* die Bekanntgabe des Termins für die Vorlage der nächsten Umwelterklärung

und des Namens des zugelassenen Umweltgutachters.

 

Für weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an:

Verband Deutscher Papierfabriken

Pressestelle

Tel: 0228/26705-30

FAX: 0228/26705-62

e-mail: VDP.Bonn@t-online.de

URL: http://www.vdp-online.de