Durch die Nutzung von Recyclingpapier haben Sie eine Möglichkeit zur Verminderung des Holzverbrauchs. Auch der Energieverbrauch und die Abwasserbelastung sind bei der Herstellung von Recyclingpapier ergeblich geringer. Zusätzlich verringern Sie die Menge des Papierabfalls.
Seit den siebziger Jahren stagniert der Anteil des Altpapiereinsatzes. Dies bedeutet, daß der Altpapierverbrauch in den Papiermühlen nur im Rahmen des allgemeinen Produktionswachstums von Papier zunimmt.
Wissenschaftler der Technischen Hochschule Lulea in Schweden berechneten jedoch, daß sich der Altpapieranteil gesamtgesellschaftlich von bisher 47% auf 75% steigern läßt.
In den untersuchten Kopierläden konnten wir feststellen, daß der Einsatz von Recyclingpapier deutlich von der Einstellung der Inhaber beeinflußt wird. Inhaber, die sich dazu entschlossen, daß Recyclingpapier eingesetzt werden sollte, nutzten es zu 10 bis 25 %, während der Anteil bei den anderen untersuchten Betrieben zwischen 0 % und 3 % lag.
Ein Umweltvorteil ist schon durch das Kapitel Papierverbrauch deutlich geworden: Für Recyclingpapier wird kein zusätzliches Holz als Rohstoff benötigt.
Über den Energieverbrauch, die Abwasserbelastung und das Abfallaufkommen existieren zahlreiche Untersuchungen, die Recyclingpapier mit Papier aus Primärfasern vergleichen. Die Ergebnisse sind in der Schrift "Umweltargumente zum Recyclingpapier" des Umweltbundesamtes zusammengefaßt:
Quelle: Tiedemann, A.: Umweltargumente zum
Recyclingpapier, Umweltbundesamt, Postfach 330022, 14191 Berlin,
April 1992, S. 21
*GJ/t: Gigajoule pro Tonne (1 Gigajoule = 1
Milliarde Joule)
Der Gesamtenergieverbrauch (siehe Diagramm 1) bei Recyclingpapier ist sowohl nach den maximal, wie auch nach den minimal gefundenen Werten deutlich geringer, als bei der Produktion von Primärfaserpapier.
Quelle: Tiedemann, A.: Umweltargumente zum
Recyclingpapier, Umweltbundesamt, Postfach 330022, 14191 Berlin,
April 1992, S. 27A
In Diagramm 2 wird Recyclingpapier mit chlorfrei gebleichtem Papier
verglichen. Der CSB-Wert bezeichnet den chemischen Sauerstoffbedarf
und ermöglicht eine grobe Aussage über die Belastung des
Abwassers mit organischen Stoffen.
Die Herstellung von Altpapierstoff für Recyclinglingpapier verursacht bei den maximal und bei den minimal angegebenen Werten eine erheblich geringere Abwasserbelastung als die Herstellung von Zellstoff für Primärfaserpapier. Das Recyclingpapier wurde bereits mit total chlorfrei gebleichtem Papier (tcf-Papier) verglichen. Bei chlorhaltig gebleichtem Primärfaserpapier ist die Abwasserbelastung noch höher.
Quelle: Tiedemann, A.: Umweltargumente zum
Recyclingpapier, Umweltbundesamt, Postfach 330022, 14191 Berlin,
April 1992, S. 38
Das Abfallaufkommen ist in Diagramm 3 dargestellt. Es ist bei der Herstellung von Recyclingpapier höher als bei Papier aus Primärfasern. Die Abfälle aus der Produktion von Recyclingpapier sind Sortierreste und Abfälle aus dem sogenannten Deinking-Verfahren, bei dem die Druckfarbe entfernt wird. Dem erhöhten Abfallaufkommen steht jedoch eine erheblich größere Abfallmenge gegenüber, die durch die Deponierung des Altpapiers entstehen würde. Insgesamt reduziert die Herstellung von Recyclingpapier die Gesamtabfallmenge.